50,2-Hertz-THEMATIK

Rechtzeitiges Handeln beugt vor

Verhinderung des „BLACK-OUT“

In Europa beträgt die Netzfrequenz im Normalzustand 50 Hertz (Hz). Die Frequenz ist ein Indikator für die Ausgeglichenheit zwischen Stromerzeugung und Verbrauch. Steigt die Frequenz an, wird mehr Strom erzeugt, als zur gleichen Zeit verbraucht wird.

Die in den Jahren 2005/2006 herausgegebene Anschlussrichtlinie „Eigenerzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ schreibt vor, dass sich alle Photovoltaik-Anlagen bei 50,2 Hz selbsttätig abschalten müssen.

Der dynamische Ausbau der Photovoltaik wurde bei Erstellung der Richtline nicht vorhergesehen. Daraus ergibt sich das sogenannte 50,2 Hz-Problem. Sollte die Frequenz die Grenze von 50,2 Hz erreichen, schalten sich sehr viele dezentrale Stromerzeugungsanlagen gleichzeitig ab. Je nach Netzzustand ist als Folge ein großräumiger Ausfall des deutschen Stromnetzes (Black-out) möglich.

Nachrüstung als Lösung

Um das 50,2 Hz-Problem zu lösen, wurde die am 26. Juli 2012 in Kraft getretene Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) verabschiedet, welche grundsätzlich die Nachrüstung von bundesweit mehr als 300.000 Photovoltaikbestandsanlagen (größer 10 Kilowatt) regelt.

Bei der Nachrüstung wird die Abschaltfrequenz der Wechselrichter entsprechend der Systemstabilitätsverordnung geändert und dadurch ein gleichzeitiges Abschalten aller Photovoltaikanlagen verhindert.

Die Umrüstung ist durch die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen zu organisieren und ist für den Anlagenbetreiber/die Anlagenbetreiberin grundsätzlich kostenfrei. Sollte bei Ihrer Anlage eine Umrüstung notwendig sein, werden wir Sie schriftlich informieren. Anlagenbetreiber sind verpflichtet, die für die Vorbereitung der Nachrüstung erforderlichen Informationen fristgerecht zu übermitteln und die Nachrüstung zu ermöglichen.