Direktvermarktung

Von Ihrer Anlage ins öffentliche Netz

EINSPEISUNG OHNE UMWEGE

Wenn Sie Ihre selbst erzeugte Energie Interessenten direkt anbieten möchten, finden Sie hier die wichtigsten Informationen über die Voraussetzungen, Anmeldung und Förderungsmöglichkeiten.

WAHL DER VERÄUßERUNGSFORM NACH §21B EEG 2017 SOWIe §4 KWKG 2016

Gemäß der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. Januar 2017 in Kraft trat, gelten folgende Veräußerungsformen für Anlagenbetreiber/innen:

  1. Marktprämie (§ 20 EEG 2017)
  2. sonstige Direktvermarktung (§ 21a, EEG 2017)
  3. Einspeisevergütung nach § 21 Abs.1 Nr.1 EEG 2017 (Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 100kW)
  4. Einspeisevergütung nach § 21 Abs.1 Nr.2 EEG 2017 (Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100kW)

 

Mit der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG), die zum 1. Januar 2016 in Kraft trat, wurde eine verpflichtende Direktvermarktung für KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung >100 kWel eingeführt.

Die folgenden Veräußerungsformen sind für den eingespeisten Strom nach § 4 KWKG möglich:

  1. Für neue, modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen >100 kWel
    a. Direktvermarktung nach § 4 Abs. 1 1. Var. KWKG 2016
  2. Für neue, modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen ≤100 kWel
    a. Direktvermarktung nach § 4 Abs. 2 1. Var. KWKG 2016
    b. kaufmännische Abnahme durch Netzbetreiber § 4 Abs. 2 3. Var. KWKG 2016

 

Der Selbstverbrauch der erzeugten Elektrizität ist in jedem Fall möglich. Sowohl für KWK-Anlagen >100 kWel (§ 4 Abs. 1 2. Var. KWKG 2016) als auch für KWK-Anlagen ≤100 kWel (§ 4 Abs. 2 2. Var. KWKG 2016) wird für den selbstverbrauchten Strom in Abhängigkeit der Anlagengröße zusätzlich ein Zuschlag gezahlt.

Bei der kaufmännischen Abnahme nach § 4 Abs. 2 3. Var. KWKG 2016 kann erstmalig eine kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe genutzt werden.

Am 22.12.2016 wurden die “ Marktprozesse für erzeugende Marktlokationen (Strom) - MPES“ durch die Bundesnetzagentur veröffentlicht und ersetzten die derzeitig bestehenden Marktprozesse der Festlegung BK6-14-110:
https://www.bundesnetzagentur.de/cln_1411/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/1BK-Geschaeftszeichen-Datenbank/BK6-GZ/2016/2016_0001bis0999/BK6-16-200/BK6_16_200_Festlegung.html?nn=269594

 

Ihre Ansprechpartner

Sie haben Fragen zur Direktvermarktung, zur Abrechnung oder zur korrekten Anmeldung Ihrer Anlage? Ich bin gerne für Sie da.


Bitte prüfen Sie vor(!) der Anmeldung zur Direktvermarktung, ob folgende Punkte erfüllt werden:

1. Die Anlage ist mit einer technischen Einrichtung im Sinne des § 9 EEG 2017 ausgestattet, mit der der Netzbetreiber jederzeit
• die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und
• die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

2. Ihr Kontaktdatenblatt mit edifact-Adresse für die 1:1 Marktkommunikation liegt der Anmeldung bei.

3. Die Zuordnungsermächtigung für den angegebenen Bilanzkreis ist vorhanden und liegt der Anmeldung bei (falls erforderlich).

Der Anmeldeprozess sieht vor, dass die Einspeisermeldungen an unsere EDIFACT-Kommunikationsadresse EDIFACT-VNB@EnergieNetz-Mitte.de zu senden sind.
Sollten Sie noch keine aktualisierten Stammdaten besitzen, so bitten wir Sie, diese durch eine sogenannte ORDERS-Anfrage über die auf unserem Kommunikationsdatenblatt genannte EDIFACT-Adresse abzufragen.

Gemäß dem Beschluss BK6-16-200 haben Anlagenbetreiber/Lieferanten weiterhin die Möglichkeit, die Rückzuordnung der Einspeisestellen in die gesetzliche Förderung des EEG/KWKG, den kurzfristen Lieferantenwechsel, den Wechsel in und aus Ausfallvergütung (§21 Abs. 1 Nr. 2 EEG 2017) sowie der erstmaligen Anmeldung mit Inbetriebnahme anhand dem nebenstehenden Formular " Anlage 4 des Beschlusses" durchzuführen.

Dazu lassen Sie uns bitte das ausgefüllte Formular per Email an das Postfach Direktvermarktung@EnergieNetz-Mitte.de zukommen.

Für Neuanlagen ist die Fernsteuerbarkeit nach § 20 EEG 2017 bis zum zweiten Monat nach Inbetriebnahme der Anlage zu erfüllen.

Für Bestandsanlagen, welche von der Einspeisevergütung in die Marktprämie wechseln ist nach § 20 Abs. 2 Nr.2 die Fernsteuerbarkeit ab Beginn des Wechsels der Veräußerungsform zu erfüllen.

Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Biogas, die vor dem 1. August 2014 in Betrieb genommen worden sind, können von dem Netzbetreiber eine Prämie für die Bereitstellung zusätzlich installierter Leistung für eine bedarfsorientierte Stromerzeugung (Flexibilitätsprämie) verlangen. Voraussetzung hierfür ist u.a., dass sich die Anlage in einer der beiden Formen der Direktvermarktung nach § 20 EEG 2017 oder § 21 a EEG 2017 befindet.